Am gestrigen Abend wurde öffentlich über das Vorhaben “Wendedenkmal” im Erdgeschoss der Stadtgalerie diskutiert. Was sofort aufgefallen ist, war die sehr geringe Teilnahme der Plauener Bürger. Eine eher schlecht besuchte Veranstaltung, welche damit aufgezeigt hat, dass die Plauener eher sehr skeptisch diesem Projekt gegenüber stehen. Anders sehen dies die Initiatoren des gewünschten Denkmals, denn jene haben sehr vollmundig die Wichtigkeit des Denkmals betont. Immer und immer wieder wurde darauf verwiesen, dass Plauen die Stadt gewesen war, welche als “Erste” demonstrierte. Da Berlin nun ein Denkmal mit 10 Millionen Förderung bekommt und Leipzig Eines für 5 Millionen – müsse man in Plauen auch ein Denkmal haben, auch wenn dieses keine Förderung bekommt. Und immer wieder wird auf der Tatsache herumgeritten, dass man als “Erste” auf die Strasse gegangen war. Man fühle sich vergessen von den Geschichtsschreibern … und und und. Mein Verdacht, dass man hier ein sehr peinliches Vorhaben startet wurde gestern Abend bestätigt. Die Initiatoren wollen auf den Rücken der Plauener Bürger nach außen hin glänzen und sich nur sehr “wichtig” machen. Die Zeichen, dass es genauso wird steht mit Hilfe der ansesigen Service-Clubs ganz gut. Man hat auch extra den Zeitzeugen Sigmar Wolf in die Runde hinzu gesetzt um ganz auf “Nummer sicher” zu gehen. Dieser hatte damals als “Erster” sein selbstgebautes Transparent ausgerollt – . Ein Vertreter eines Service-Clubs überreichte dann auch einen Scheck zum gegebenen Anlass und verglich dann auch das gewünschte Denkmal mit dem Völkerschlachtdenkmal. Er konnte für ca. eine Minute vor den Fotografen der Presse glänzen und wurde dann überboten mit einem noch größeren Scheck des Betreibers der Stadtgalerie Plauen. Sehr schön war die Frage eine Dame an die Initiatoren, ob denn Plauen noch ein weiteres Denkmal benötige. Immerhin ist vor dem Rathaus ja schon eine Gedenkplatte in die Straße eingelassen auf der steht: “Wir sind das Volk”. Sie empfinde es nicht für wichtig jetzt noch ein weiteres Denkmal zu bauen. Noch eine andere Dame nutze die Gelegenheit um den Initiatoren zu sagen, dass jetzt nach der Wende für viele Bürger die Freiheit in der Arbeitslosigkeit und Hartz IV geendet hat. Das wollten die Initiatoren aber nicht so recht wissen wollen, denn es ginge um dieses “als Erstes….” . Im Prinzip eine peinliche Angelegenheit für Plauen und meiner Meinung nach schon fast moralisch verwerflich. Die Plauener selber schmunzeln gern ab und an, weil sie vergessen worden sind in den Geschichtsbüchern, aber sie wollen sich mit Sicherheit nicht so wichtig blasen, wie es jetzt auf den Rücken der Plauener Bürger versucht wird. Mit der Grundsteinlegung dieses “Wendedenkmals” legen die Initiatoren auch jede Menge Zündstoff zu heißen Diskussionen unter der Bevölkerung. Dass die friedliche Revolution keine Sportveranstaltung war weis jeder Plauner. Das Plauen mit als eine der ersten Städte öffentlich demonstrierte weiss man auch. Dies war aber nicht der einzige Grund für den Fall der Mauer. Dazu muss man schon etwas genauer sich mit der gesamten Geschichte auseinander setzen. Dass man eben dies nicht getan hat zeigen die Exponate auf, welche zur Auswahl den Plauener Bürgern vorgesezt wurden. Auf einem Exponat stand denn auch gleich mal der falsche Spruch – nämlich der Wahlspruch der CDU “Wir sind ein Volk” und nicht der Spruch “Wir sind DAS Volk”. Auf einem weiteren steht nur “Wir wollen Reisefreiheit” …. peinlich. Über die Formschönheit eines Denkmals lässt sich ja bekanntlich gern streiten. Dies darf man auch. Allerdings sollte die Geschichte schon richtig geschrieben sein und in diesem Fall scheint diese keine wirkliche Beachtung gefunden zu haben ….. denn …. es geht den Initiatoren um dieses “Wir waren die Ersten….” und natürlich um sehr viel Eitelkeit und Selbstgefälligkeit.